Pressemitteilung
Madrid, 20. May 2009 Der Martin Ennals Preis geht 2009 wieder an einen Menschenrechtsverteidiger aus dem IranEs handelt sich um Emad Baghi, einen führenden iranischen Menschenrechtsaktivisten aus Teheran. Er gründete die Gesellschaft zur Verteidigung der Rechte von Gefangenen (Society for the Defense of Prisoners' Rights) und ist ein erbitterter und eloquenter Kämpfer gegen die Todesstrafe im Iran. Seine Kampagne beinhaltet eine wissenschaftliche Untersuchung des islamischen Gesetzes (Scharia) zu diesem Thema, in der er nachweist, dass eine Beibehaltung der Todesstrafe in keiner Weise aus dem Gesetz abgeleitet werden kann. Darüber hinaus war Baghis Liste der zum Tode verurteilten Gefangenen im Iran, insbesondere der minderjährigen, eine wichtige Informationsquelle für die Menschenrechtsorgane der Vereinten Nationen sowie für Menschenrechtsgruppen ausserhalb des Landes. Aufgrund seines Einsatzes gegen die Todesstrafe und anderer Menschenrechtsaktivitäten war Baghi im letzten Jahrzehnt vier Jahre lang inhaftiert. Obwohl er zur Zeit auf freiem Fuss ist, droht ihm trotzdem eine Anklage wegen seiner Arbeit zur Verteidigung der Rechte von Gefangenen. Baghi leidet an einer ernsten Nieren- und Herzerkrankung. Im August 2008 bezeichneten Gefängnisärzte seine Zustand als kritisch. Der Vorsitzende der Jury des Martin Ennals Preises, Hans Thoolen, bezeichnet den Preisträger als “einen aussergewöhnlich mutigen Mann, der sich trotz Inhaftierung und angeschlagener Gesundheit für die Menschenrechte eingesetzt hat”. Die feierliche Verleihung des Martin Ennals Preises wird im November 2009 in Genf stattfinden. Der Martin Ennals Preis (MEA) ist der Hauptpreis der Menschenrechtsbewegung. Er beruht auf einer einzigartigen Zusammenarbeit von zehn der weltweit führenden Menschenrechtsorganisationen, deren Ziel der Schutz von Menschenrechtsverteidigern in der ganzen Welt ist. Die Jury setzt sich aus den folgenden Nichtregierungsorganisationen zusammen: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, Weltorganisation gegen Folter (OMCT), Front Line, International Commission of Jurists, Deutsches Diakonisches Werk, International Service for Human Rights und HURIDOCS. Frühere Preisträger : Mutabar Tadjibaeva, Usbekistan (2008); Pierre Claver Mbonimpa, Burundi und Rajan Hoole-Kopalasingham Sritharan, Sri Lanka; Akbar Ganji, Iran und Arnold Tsunga, Zimbabwe; Aktham Naiisse, Syrien; Lida Yusupova, Russland; Alirio Uribe Muñoz, Colombien; Jacqueline Moudeina, Tschad; Peace Brigades International; Immaculée Birhaheka, DR Congo; Natasa Kandic, Jugoslavien; Eyad El Sarraj, Palestina; Samuel Ruiz García, Mexiko; Clement Nwankwo, Nigeria; Asma Jahangir, Pakistan; Harry Wu, China. Schirmherren des Martin Ennals Preises sind Asma Jahangir, Barbara Hendricks, José Ramos-Horta, Adama Dieng, Leandro Despouy, Louise Arbour, Robert Fulghum, Theo van Boven und Werner Lottje†. Für Pressekontakte und weitere Informationen zum Martin Ennals Preis : Luis Marreiros , Koordinator Tel. +41.22.8094925 |



