PRESSEMITTEILUNG1. Oktober 2007 Menschenrechtsverteidiger aus Burundi und Sri Lanka erhalten den Martin Ennals Preis 2007Pierre Claver MBONIMPA, ein Menschenrechtskämpfer und ehemaliger Polizist aus Burundi, sowie zwei Lehrer aus Sri Lanka, Rajan HOOLE und Kopalasingham SRITHARAN, die die Menschenrechtsverletzungen aller Kriegsparteien dokumentiert haben, erhalten am Dienstag, dem 2 Oktober 2007 den Martin Ennals Preis (MEA) für Menschenrechtsverteidiger. Der UNO Kommissar für Menschenrechte wird den Preis während einer Zeremonie um 18 Uhr im Batiment des Forces Motrices in Genf überreichen. Im Namen der 10 internationalen Nichtregierungsorganisationen der Jury des Martin Ennals Preises bezeichnete der Vorsitzende, Hans Thoolen, die Laureaten als «Schlüsselfiguren im Kampf um Menschenrechte und Demokratie in ihren Ländern, in denen der dramatische Kampf um Frieden ein grosses Risiko für ihre Arbeit darstellt.»Pierre Claver MBONIMPA war bis Dezember 1994 Polizist in Burundi. Aufgrund falscher Beschuldigungen verbrachte er zwei Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung gründete er die Burundian Association for the Protection of Human Rights and Detained Persons (APRODH) zum Schutz der Rechte von Gefängnisinsassen. Er hat furchtlos die Folter angeprangert und Zusammenkünfte organisiert, während derer sich Polizei und Repräsentanten des Militärs öffentlich den Fragen von Menschenrechtsaktivisten und Opfern stellen mussten. Oft wird hervorgehoben, dass er der einzige sei, der sich für die Rechte der Hutus, Tutsis und Batwas einsetzt. Er spricht sich offen gegen Menschenrechtsverletzungen aus, so z. b. im Februar, als er die Misshandlung von Gefangenen in Untersuchungshaft durch Polizei und Verwaltungspersonal anprangerte, insbesondere im Landesinnern. Sein Mut und sein Einsatz sind international anerkannt: während der letzten Sitzung des Menschenrechtsrates in Genf war er aufgefordert worden, im Namen von Menschenrechtsorganisationen über die Lage in Burundi zu sprechen. Rajan HOOLE und Kopalasingham SRITHARAN, Mitbgeründer der University Teachers for Human Rights (UTHR), haben die Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka, die sowohl von der Regierung als auch von den Tamil Tigers (LTTE) verübt wurden, beobachtet und dokumentiert. Unter grossem persönlichen Risiko berichteten sie in den letzten 18 Jahren über die Folgen der bewaffneten Auseinandersetzung für Kinder, Frauen, Minderheiten und Flüchtlinge. Seit dem letzten Aufflammen der Auseinandersetzungen hat die UTHR bahnbrechende Nachforschungen zu den schlimmsten Verbrechen angestellt, darunter zu Trinco 5, der Mullaitivu Bombardierung, bei der 51 junge Frauen und Mädchen umkamen, sowie zur hinrichtungsartigen Ermordung von 17 Mitarbeitern von Hilfsorganisationen. Da sie oft als einzige die Menschenrechtsverletzungen aller beteiligten Kriegsparteien anprangern, hat die LTTE gegen beide Männer die Todesstrafe verhängt. Obwohl sie nach der Ermordung ihres Mitstreiters Rajani Thiranagama gezwungen waren, mehr als zehn Jahre lang im Untergrund arbeiteten, sind ihre Berichte sind in Sri Lanka und im Ausland wohl bekannt. Aufgrund einer einzigartigen Zusammenarbeit von 10 der weltweit führenden Menschenrechtsorganisationen ist der Martin Ennals Preis (MEA) der bedeutendste Preis der Menschenrechtsbewegung. Die JURY besteht aus folgenden Nichtregierungsorganisationen: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, World Organization Against Torture, International Commission of Jurists, German Diakonie, International Service for Human Rights, Front Line und HURIDOCS. Die Schirmherren des Martin Ennals Preises sind: Asma Jahangir, Barbara Hendricks, José Ramos-Horta, Adama Dieng, Leandro Despouy, Robert Fulghum, Theo van Boven und Werner Lottje †. Frühere Preisträger sind: Akbar Ganji, Iran und Arnold Tsunga, Zimbabwe (2006) ; Aktham Naisse, Syrien (2005); Lida Yusupova, Russland; Alirio Uribe Muñoz, Colombien; Jacqueline Moudeina, Tschad; Peace Brigades International; Immaculée Birhaheka, DR Congo; Natasa Kandic, Jugoslavien; Eyad El Sarraj, Palestina; Samuel Ruiz García, Mexiko; Clement Nwankwo, Nigeria; Asma Jahangir, Pakistan; Harry Wu, China (1994). Für Pressekontakte und weitere Informationen zum Martin Ennals Preis: |



