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PRESSEMITTEILUNG

EMBARGO: 4.Mai 2007 – 01.00h GMT

Menschenrechtsverteidiger aus Sri Lanka und Burundi erhalten den Martin Ennals Preis 2007

 

 

Rajan
Hoole
Kopalasingham
Sritharan
Pierre Claver
Mbonimpa

 

Press release
Communiqué de Presse
Comunicado de Prensa
Pressekommuniqué



Die Jury des Martin Ennals Preises für Menschenrechtsverteidiger gibt die Namen der Preisträger bekannt :

Rajan Hoole und Kopalasingham Sritharan, Mitbgeründer der University Teachers for Human Rights (UTHR) in Jaffna, haben die Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka, die sowohl von der Regierung als auch von den Tamil Tigers (LTTE) verübt wurden, beobachtet und dokumentiert. Unter grossem persönlichen Risiko berichteten sie in den letzten 18 Jahren über die Folgen der bewaffneten Auseinandersetzung für Kinder, Frauen, Minderheiten und Flüchtlinge. Seit dem letzten Aufflammen der Auseinandersetzungen hat die UTHR bahnbrechende Nachforschungen zu den schlimmsten Verbrechen angestellt, darunter zu Trinco 5, der Mullaitivu Bombardierung, bei der 51 junge Frauen und Mädchen umkamen, sowie zur hinrichtungsartigen Ermordung von 17 Mitarbeitern von Hilfsorganisationen. Da sie die Menschenrechtsverletzungen aller beteiligten Kriegsparteien anprangern, hat die LTTE gegen beide Männer die Todesstrafe verhängt. Obwohl sie nach der Ermordung ihres Mitstreiters Rajani Thiranagama gezwungen waren, mehr als zehn Jahre lang im Untergrund arbeiteten, sind ihre Berichte sind in Sri lanka und im Ausland wohl bekannt.

Pierre Claver Mbonimpa war bis Dezember 1994 Polizist in Burundi. Aufgrund falscher Beschuldigungen verbrachte er zwei Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung gründete er eine Nichtregierungsorganisation zum Schutz der Rechte von Gefängnisinsassen, darunter 9000 Gefangene, die seit Jahren in den überfüllten Gefängnissen des Landes auf ein Verfahren warten. Nach seiner Freilassung hat er furchtlos die Folter angeprangert und Zusammenkünfte organisiert, während derer sich Polizei und Repräsentanten des Militärs öffentlich den Fragen von Menschenrechtsaktivisten und Opfern stellen mussten. Als kürzlich Zivilisten und Journalisten verhaftet wurden, sprach er sich öffentlich und unter grossem Risiko gegen die Verhaftungen aus. In einem instabilen Land, in dem der Bürgerkrieg tausende von Menschenleben gefordert hat, wird Herr Mbonimpa oft als der einzige bezeichnet, der sich für die Rechte der Hutus, Tutsis und Batwas einsetzt. Er spricht sich offen gegen Menschenrechtsverletzungen aus, auch in den Medien.

Der Vorsitzende der Jury des Martin Ennals Preises, Hans Thoolen, bezeichnete die Preisträger als „Repräsentanten der Menschenrechtsbewegung in ihren jeweiligen Ländern, in denen der Einsatz für Grundrechte und Demokratie mit grossen Gefahren verbunden ist.“ Er hebt besonders hervor, dass die Preisträger stets die Menschenrechtsverletzungen beider Konfliktparteien angeprangert haben. Die 11 Mitgliederorganisationen des Martin Ennals Preises rufen die Regierungen von Sri Lanka und Burundi auf, die Sicherheit der Preisträger zu gewährleisten und ihnen störungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Die Verleihung des Martin Ennals Preises wird im Oktober in Genf stattfinden.

Der Martin Ennals Preis ist der Hauptpreis der Menschenrechtsbewegung. Er beruht auf einer einzigartigen Zusammenarbeit der weltweit führenden 11 Menschenrechtsorganisationen zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern in der ganzen Welt. Die Jury setzt sich aus folgenden Nichtregierungsorganisationen zusammenn: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, World Organization Against Torture, Front Line, International Commission of Jurists, Diakonie, International Service for Human Rights, International Alert, and Huridocs.

Die Verantwortlichen des Martin Ennals Preises sind: Asma Jahangir, Barbara Hendricks, José Ramos-Horta, Adama Dieng, Leandro Despouy, Robert Fulghum und Theo van Boven.

Frühere Preisträger sind: Akbar Ganji, Iran und Arnold Tsunga, Zimbabwe (2006); Aktham Naiisse, Syrien; Lida Yusupova, Russland; Alirio Uribe Muñoz, Colombien; Jacqueline Moudeina, Tschad; Peace Brigades International; Immaculée Birhaheka, DR Congo; Natasa Kandic, Jugoslavien; Eyad El Sarraj, Palestina; Samuel Ruiz García, Mexiko; Clement Nwankwo, Nigeria; Asma Jahangir, Pakistan; Harry Wu, China.

Für Pressekontakte und weitere Informationen zum Martin Ennals Preis:
Luis Marreiros, Koordinator Tel. +41.22.8094925
marreiros@martinennalsaward.org   / www.martinennalsward.org