PRESSEMITTEILUNG10 Oktober 2006 Menschenrechtsverteidiger aus dem Iran und Zimbabwe erhalten den Martin Ennals Preis 2006
Akbar Ganji , ein Iranischer Enthüllungsjournalist und Menschenrechtskämpfer, sowie Arnold Tsunga , Rechtsanwalt und Radiokommentator aus Zimbabwe, erhalten am Mittwoch, dem 12 Oktober 2006 um 17.30 Uhr den Martin Ennals Preis (MEA) für Menschenrechtsverteidiger. Louise Abour , Uno Kommissarin für Menschenrechte, wird den Preis während einer Zeremonie im „Batiment des Forces Motrices“ in Genf im Rahmen des Internationalen Medienfestivals Nord-Süd überreichen. Der Vorsitzende der Jury des Martin Ennals Preises, Hans Thoolen, bezeichnete die Preisträger als „Repräsentanten der Menschenrechtsbewegung in ihren jeweiligen Ländern, in denen der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie mit grossen Gefahren verbunden ist. Sie führen ihren Kampf fort, trotz Unterdrückung und Verfolgung.“ Akbar Ganji wurde im Jahr 2000 verhaftet, nachdem er mehrere Artikel veröffentlicht hatte, in denen er hochstehende Personen angreift, die 1998 in eine Serie von Morden an oppositionellen Intellektuellen und Schriftstellern verwickelt waren. Er wurde anschliessend zu einer Gefängnisstrafe wegen „Angriffs auf die nationale Sicherheit und Propaganda gegen die Institutionen des islamischen Staates“ verurteilt und 6 Jahre im Gefängnis unter Bedingungen festgehalten, die eindeutig gegen internationale Menschenrechtsstandards verstossen; so wurde er von Wärtern geschlagen und in Einzelhaft gehalten. Letzten März, nach einem Krankenhausaufenthalt infolge eines Hungerstreiks, erfolgte dann eine bedingte Haftentlassung. Im Anschluss an eine kurze Erholungspause reiste er in mehrere Länder, um die Intellektuellenbewegung und die demokratischen Kreise im Iran bei führenden Philosophen, Theoretikern und Menschenrechtsexperten bekannt zu machen. Ganji hat viel in reformorientierten Zeitungen publiziert, von denen die Mehrheit durch richterliche Gewalt verboten wurde. Seine Schriften wurden aus dem Gefängnis geschmuggelt und vor allem via Internet verbreitet. Besonders hervorzuheben ist ein im März 2002 verfasstes republikanisches Manifest in sechs Kapiteln, in dem Ganji das Modell einer voll ausgebildeten demokratischen Republik für den Iran entwirft. Arnold Tsunga ist der Vorsitzende einer Menschenrechtsorganisation in Zimbabwe (ZimRights) und Kurator des Rundfunkssenders „Stimme des Volkes“ (Voice of the people/VOP), darüber hinaus er ist einer der führenden Menschenrechtsanwälte seines Landes. In Anerkennung seiner juristischen Arbeit auf dem Gebiet der Menschenrechte und seines grossen Ansehens wurde er zu Beginn des Jahres 2003 zum neuen Direktor der Vereinigung der Menschenrechtsanwälte in Zimbabwe (Zimbabwe Lawyers for Human Rights/ZLHR) gewählt. Ungeachtet grosser persönlicher Risiken hat Arnold Tsunga Personen unter der neuen, repressiven Rechtsprechung verteidigt, insbesondere solche, die in Gefängnissen misshandelt worden waren. Aufgrund seines Eintretens für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und seine öffentliche Kritik am Rechtssystem sowie der Menschenrechtssituation in Zimbabwe wurde er verfolgt und bedroht. Er war mehrmals inhaftiert und wurde kürzlich gegen Kaution freigelassen. Sein Mut und seine Arbeit sind international anerkannt: letzten Juni wurde er gebeten, auf der ersten Sitzung des neuen Menschenrechtsrates in Genf im Namen der Menschenrechtsorganisationen zu sprechen. Aufgrund einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen 11 weltweit führenden Menschenrechtsorganisationen ist der Martin Ennals Preis der bedeutendste Preis der Menschenrechtsbewegung . Die Jury besteht aus folgenden Nichtregierungsorganisationen: Amnesty International, Human Rights Watch, Human Rights First, International Federation for Human Rights, World Organization Against Torture, Front Line, International Commission of Jurists, Diakonie, International Service for Human Rights, International Alert, und Huridocs. Die Verantwortlichen des Martin Ennals Preises sind: Asma Jahangir, Barbara Hendricks, José Ramos-Horta, Adama Dieng, Leandro Despouy, Robert Fulghum and Theo van Boven. Frühere Preisträger sind: Aktham Naisse, Syrien (2005); Lida Yusupova, Russland; Alirio Uribe Muñoz, Colombien; Jacqueline Moudeina, Tschad; Peace Brigades International; Immaculée Birhaheka, DR Congo; Natasa Kandic, Jugoslavien; Eyad El Sarraj, Palestina; Samuel Ruiz García, Mexiko; Clement Nwankwo, Nigeria; Asma Jahangir, Pakistan; Harry Wu, China (1994). Für Pressekontakte und weitere Informationen zum Martin Ennals Preis: |





